Stimmen zu Rafael Gámez
Auszug aus der Laudatio zur Ausstellung “Irdisches Manna”, 2015, Augustusburg
Von Rolf Büttner, Künstler, http://rolf-buettner.de/
Künstler ist einer, der was zu sagen hat und dafür das Ausdrucksmedium mit dem er spricht kultiviert. Das trifft in ganz besonderer Weise auf Rafael Gamez zu. ....
Seine Prägung aus dieser Zeit ist [Kampf gegen Diktator Somoza, Sandinistische Revolution, Contra-Krieg], so glaube ich, deutlich erkennbar. Jedenfalls wird beim Betrachten seiner Bilder klar: Er hat konkrete Gründe, seine Kunst herzustellen. Besonders für Rafael Gamez ist typisch, nicht unbedingt die Harmonie oder ein Gleichgewicht der Dinge zu suchen.
Er schaut den zahllosen Dramen ins Auge und findet eindringliche Bilder für sie.

Man kann mehrere Einflüsse erkennen, die er in seine Arbeit einlässt. Das entspricht auch seiner Biografie, die ihn von Nicaragua nach Deutschland geführt hat. Es ist einerseits so etwas wie die bildkünstlerische Sprache aus Nicaragua – wenn es die gibt.
Es ist nicht so leicht in Worte zu fassen, wie sich der Umgang mit Farben, Formen und Motiven von unserer hiesigen Bildsprache unterscheidet. Aber es ist spürbar in klaren, nicht zu filigrane Formen, Farben mit Kraft und Signalwirkung.
Ebenso erkennt man in mehreren Bildern den Balanceakt zwischen gegenständlicher und abstrakter Malerei. In diesem Grenzbereich eröffnet er den Raum für eigene Deutungen und lässt uns die scheinbar konkreten Bilder auch als Produkte unserer Gedankenwelt erkennen.
Dabei verlassen die Bilder beinahe den Boden der Realität – sie stehen am Übergang zum Reich des Surrealen. Das schafft Gamez mit der Kombination mehrerer Motive, mit starken Motivanschnitten und einer Malweise, die bewusst Schärfen und Unschärfen einsetzt. ....
Auszug aus der Laudatio zur Ausstellung „Puertas al interior – Türen ins Innere“, 2010, Bad Berka
von Diana Trojca M.A.; Kunsthistorikerin
„Puertas al interior- Türen ins Innere", so lautet der Titel der neuen Ausstellung hier im Coudrayhaus, - wir blicken in das Innere eines Künstlers, der in seiner Bildwelt Reales und Surreales zeigt, und, wir betreten eine neue oder vielleicht andere Welt, wenn wir uns in das Innere der Bildwelten versenken, Sonnensymbole, Berge, Wüsten oder andere Fragmente des Seins finden.....
Rafael Gamez ist uns dann ein Wegbereiter, der uns in seine Bildwelten lockt, er verführt uns, er leitet uns auf seine Farbwege, zu seinen Zeichen und Symbolen.

Rafael Gamez, auch Olaf genannt, ist ein Maler, der Sommerfarben und eigene Energien malt, die in den Galeriesaal dringen, sie, jene Arbeiten, scheinen seinen Lebensrhythmus, seine Kraft und Freude zu versprühen, denn es jazzt in den Raum.
Ein Temperament aus dem Süden, so denkt man.
Aber- er ist zwar ein Maler, der aus Südamerika stammt, aber schon mehr als 10 Jahre in Deutschland lebt und arbeitet, und er präsentiert hier in Bad Berka seine kraftvollen und expressiven, wie surrealen Bilder, die zwar etwas von seiner Heimat, den Mythen und seiner Geschichte erzählen, aber doch im „europäischen" Kontext zu betrachten sind.....
Der Künstler zeigt Einblicke in das Schaffen, das von Architektur und Tanz in gleicher Weise geprägt ist, denn der Künstler ist ja schließlich auch studierter Architekt. Etwas Gebautes oder Konstruiertes findet man dann und wann, aber, im Mittelpunkt hier steht der Farbrausch, das Zusammenspiel von Licht und Schatten, Bewegungen und Farbschwünge.
Und trotzdem, seine Bilder sind abstrakt und gegenständlich, leicht und schwer oder heiter, wenn er den Tanz darstellt, der leicht, luftig oder kraftvoll gemalt sein kann.

